Deutsches Fernsehen verboten --
"Hör Zu" Nr. 5 / 1957, S. 29:
Ich muß Ihnen von einer Kuriosität berichten: In unserer Nachbargemeinde Zevenaar (Holland)
hat der Bürgermeister eine Verordnung erlassen, nach der in einem öffentlichen Lokal das deutsche
Fernseh - Programm nicht gesehen und nicht gehört werden darf.
-P. W. aus Elten-
Das Zweite Fernseh-Programm --
"Hör Zu" Nr. 5 / 1957, S. 29:
Die Ausstrahlung eines Zweiten Fernseh - Programms ist bestimmt eine feine Sache. Würden Sie uns aber
bitte sagen, ob man dieses Zweite Programm auch ohne weiteres empfangen kann? Muß man dazu jeweils
die Antenne drehen und einen anderen Kanal einschalten, oder wie geht das vor sich?
-F.M. aus Soltau-
Antwort der Hör Zu-Redaktion:
Ja, Sie müssen einen anderen Kanal einschalten; Kanal IV. Für ihn sind die Kontakte schon in
vielen "zukunftssicheren" Empfängern vorgesehen. Außerdem brauchen Sie ein
billiges Einsetz - Gerätchen als Ergänzung.
Gestört -- "Hör Zu" Nr. 6 / 1957, S. 45:
Das Fernsehen brachte vor kurzem eine Wiederholung des Kriminalstücks "Der Hexer"
(Süddeutscher Rundfunk). Gerade im Augenblick der Spannung setzte das Bild aus,
und es erschienen die wenig erfreulichen Worte: "Die Sendung ist gestört.
Wir bitten um einen Moment Geduld" Der Ton aber lief weiter, so daß der Gesamteindruck
völlig zerstört wurde, zumal der "Moment" mindestens fünf Minuten dauerte.
Ähnlich war es neulich bei der Tagesschau. Sie begann ohne Ton, und das Bild lief
wie ein Stummfilm weiter. Weshalb nimmt man bei Bildunterbrechungen nicht auch den Ton
weg? Weshalb schaltet man bei Ausfall des Tonsenders nicht auch das Bild ab? Bild ohne Ton,
Ton ohne Bild ist doch witzlos.
-J. P. aus Baesweiler bei Aachen-
Wer will nochmal? -- "Hör Zu" Nr. 7 / 1957, S. 37:
Ich nicht - kann ich da nur sagen. Selbst wenn man von einigen Anfangsschwierigkeiten
absieht: Es ist völlig überflüssig, noch eine neue Sendereihe dieser Art auf
die Beine zu stellen.
-H.T. aus Düsseldorf-
Herzliches Beileid zu dieser neuen Sendereihe! Sie war sterbenslangweilig.
Ein Mißgriff war auch das Beiprogramm. Die Darbietungen waren nicht zu ertragen.
-H. S. aus Gladbeck-
Weshalb nun noch ´ne neue Quiz - Reihe? Es ist doch immer wieder dasselbe:
Man zitiert Zuschauer vors Mikrofon und vor den Bildschirm, man befragt sie, sie stellen
sich mehr oder weniger gescheit an; sie bekommen ein Geschenk (und sind noch nicht
mal zufrieden damit!) - aus. Ein echtes Bedürfnis für eine neue Sendereihe ist nicht gegeben.
-E. T. aus Berlin-
Schölermanns -- "Hör Zu" Nr. 8 / 1957, S. 45:
Weshalb geht es eigentlich bei "unseren Nachbarn" in letzter Zeit immer so unfroh zu?
Schölermanns machen einen ausgesprochen unzufriedenen, nervösen
Eindruck. Hoffentlich erlebt die Familie während der nächsten Sendungen auch einmal was Gutes!
-J. S. aus Möhlhorst bei Eckernförde-
Panorama -- "Hör Zu" Nr. 8 / 1957, S. 45:
Die Krönung dieser aktuellen Sendung war zweifellos das Interview mit Minister
Strauß in Bonn. Das war sehr interessant, auch technisch.
-R. G. aus Bonn-
Humor vom Grill -- "Hör Zu" Nr. 8 / 1957, S. 45:
Dem Gedanken, ausgesuchte Varieté - Darbietungen in einem kleinen, intimen Raum zu zeigen, finde
ich sehr hübsch. Leider aber nahm man Heinz Erhardt mit einer "komischen"
Nummer zum Star des Abends. Als er den Sketch zum erstenmal brachte - ich glaube,
es war 1940 -, war er nett und witzig. Inzwischen haben wir ihn aber unzählige Male
über den Rundfunk gehört; dabei ist er nicht besser geworden. Ich finde es -
gelinde gesagt - dreist, uns diese olle Kamelle erneut aufzutischen.
-K. B. aus Ahrensburg-
Nur Sport -- "Hör Zu" Nr. 9 / 1957, S. 37:
In der 6. Sendewoche bestand das Sonntagsprogramm fast nur aus Sport. Ich weiß nicht, was sich die
Verantwortlichen dabei gedacht haben. Es gibt doch nicht nur Sportfanatiker unter den Fernseh - Zuschauern!
Die 15 Minuten mit Paul Eipper - so nett wie die Sendungen sind - waren keine Entschädigung.
-J. H. aus Bad Kreuznach-
Schölermanns - Jubiläumssendung --
"Hör Zu" Nr. 9 / 1957, S. 37:
Die Jubiläumssendung aus Anlaß der 50. Schölermann-Sendung fand ich recht mager.
Offensichtlich mangelt es den geistigen Vätern an Ideen. Ursprünglich war
die Sendung sehr nett. Aber es hat eben alles einmal ein Ende... Unser "Verwandter
in Lukull" möge sich gefälligst auf seine Kochvorführungen beschränken!
Was soll bloß das "geistreiche" Geschwafel?
-R. K. aus Frankfurt-
Kinder, wie die Zeit vergeht! --
"Hör Zu" Nr. 9 / 1957, S. 37:
... sagte meine Frau schlaftrunken, als sie gegen Ende der Sendung aufwachte. Diese zweite Folge
war weder Neonlicht noch Gaslaterne, sondern eine Tranfunzel aus Urgroßvaters Zeiten, deren
schwachflackernde Flamme Heinz Schröter und Peter Kottmann mit einigen Tropfen Öl am Leben
zu erhalten suchten. Soll es so weitergehen? Dann mag das Lämpchen lieber erlöschen.
-P. F. aus Herten in Westfalen-
Lied meines Lebens -- "Hör Zu" Nr. 10 / 1957, S. 61:
Dieser Eintopf deutscher Rührseligkeit hat in einem Fernseh-Programm nichts zu suchen, sondern gehört
bestenfalls in eine nachmittägliche Mittelwellen - Sendung zwecks musikalisch - literarischer
Bereicherung altjungferlicher Kaffeekränzchen.
-H. G. B. aus Porz - Westhofen
Die Sendung war so langweilig, daß meine Fernsehgäste am Einschlafen waren. Auch Kanzler und
Kaiserliche Hoheiten helfen nicht darüber hinweg.
-H. N. aus Faurndau in Württemberg
Sehr mager -- "Hör Zu" Nr. 10 / 1957, S. 61:
Ich verstehe die Programm-Verantwortlichen nicht: Mal setzt man uns in einer Woche zwei Quiz - Sendungen und
auch noch ein oder zwei Fernsehspiele vor, und dann wieder gibt es höchst magere Wochen, in denen das Tagesprogramm
in kurze Programmfetzen aufgestückelt worden ist. In der sechsten und in der siebten Sendewoche beispielsweise
hat man uns ein äußerst mäßiges Fernseh - Programm geboten.
-K. K. aus Hannover-
Zu früh -- "Hör Zu" Nr. 10 / 1957, S. 61
Leider werden die Sendungen für die Frau immer noch zu einem Zeitpunkt gebracht, der für die berufstätigen
Frauen äußerst ungünstig ist. Mit einem bißchen gutem Willen von seiten der Programmgestalter
könnte man das ändern.
-K. M. aus Flensburg-
Auffallend -- "Hör Zu" Nr. 10 / 1957, S. 61
Ich bin seit drei Jahren Besitzer eines Fernseh-Geräts und beobachte seit dieser Zeit das Auf und Ab des
Programm-Niveaus. Auffallend gut ist das Programm immer vor Weihnachten und kurz nach dem Fest.
Dann aber sinkt die Qualität rapide, und die Hoffnung, die man gehegt hat
("Nun wird es wohl endlich besser"), trägt man erneut zu Grabe.
Was uns in den letzten Wochen an Programmen geboten wurde, war wirklich zum Teil miserabel.
-M. B. aus Frankfurt am Main-
Tonpanne -- "Hör Zu" Nr. 11 / 1957, S. 53:
Das Fernsehspiel "Die Schwestern" war endlich mal wieder ein Lichtblick im Bayerischen Programm.
Aber die Tonpanne hätte nicht passieren dürfen. Für ein paar Minuten liefen Ton und
Mundbewegungen nicht synchron, und man merkte, daß Bild und Ton getrennt aufgenommen waren. Schade!
-L. A. aus Hamburg-
Reklameläufer -- "Hör Zu" Nr. 11 / 1957, S. 53:
Ich sehe ab und zu in unseren Straßen Leute mit Reklameschildern herumlaufen. Diese armen Männer
tun mir jedesmal leid, denn allzu viel wird ihnen das wohl nicht einbringen. Ich sehe sehr oft bei Skiwettkämpfen
unsere größten und berühmtesten Sportler mit Reklameschildern an den Start gehen. Werden diese Sportler
dafür bezahlt? Was bekommen sie dafür? Haben die Sportler das nötig? Ich finde, sie sollten sich
schämen, auf diese Weise einen Teil ihrer Unkosten hereinzuholen. Sie sollten sich dafür zu schade sein.
Verstößt das nicht gegen das Amateurgesetz?
-R. N. aus München-
Reklame in der Tagesschau -- "Hör Zu" Nr. 11 / 1957, S. 53:
Die Tagesschau sollte sich weigern, bei Skiwettkämpfen die Läufer mit Reklameschildern auf Brust und
Rücken zu zeigen. Es wird höchste Zeit, daß mit dieser Schleichwerbung Schluß gemacht wird.
-K. L. aus Hamburg-
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