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In der Rubrik "Kurz und bündig" -- "Hör Zu!" Nr. 40 / 1953, S. 2 --

--(Hörerzahlen)--(Erf.)

5 921 990 Hörer gibt es im Bereich des NWDR. 322 777 Teilnehmer sind von der Gebührenzahlung befreit. Die Zahl der Hörer im gesamten Bundesgebiet - einschließlich der Hörer in Westberlin - beträgt jetzt 11 836 159.


In der Rubrik "Kurz und bündig" -- "Hör Zu!" Nr. 41 / 1953, S. 2 --

--(Neues NWDR-Pausenzeichen)--(Erf.)

Das Ergebnis des Wettbewerbs um ein neues Pausenzeichen für das NWDR-Fernsehen hat beachtliches Aufsehen erregt, weil der erste Preis an eine Lösung vergeben wurde, die den wohlberechtigten technischen Bedingungen der Ausschreibung nicht entsprach und die deshalb für eine praktische Lösung nicht in Frage kommen wird. Mit Einsprüchen gegen die Entscheidung des Preisgerichts ist zu rechnen. Im übrigen haben die findigen Berliner Fernsehleute die ideale Lösung schon lange vorher gefunden: eine Uhr, die es den Zuschauern ermöglicht, sich auf den Beginn der Sendung einzustellen, und die darüber hinaus alle technischen Bedingungen erfüllt. Dieses Pausenzeichen wurde während der Düsseldorfer Funkmesse ständig gezeigt.


In der Rubrik "Kurz und bündig" -- "Hör Zu!" Nr. 43 / 1953, S. 2 --

--(Holländisches Fernseh-Verbot)--(Erf.)

Der niederländische Innenminister hat die Fernseh-Übertragung einer Modenschau verboten. Begründung: Anzeigenhinweise auf diese Sendung hätten dem Programm den Charakter einer Reklame-Sendung verliehen.


Der erste Schritt -- "Hör Zu!" Nr. 44 / 1953, S. 2 --

Der Termin, an dem Deutschland seine Funkhoheit zurückerhält, so daß es dann über Aufbau und Aussehen seines Rundfunks selbständig bestimmen kann, rückt immer näher. Das heißt: ein Bundesrundfunkgesetz kann beschlossen werden.

Dieses Gesetz wird an der Selbständigkeit und Unabhängigkeit der einzelnen Rundfunk-Anstalten nicht rütteln. Es wird nur Mängel zu beseitigen, Lücken zu schließen und neue Aufgaben zu regeln haben.

Während der Bayerische, der Süddeutsche und der Hessische Rundfunk sowie der Südwestfunk und Radio Bremen auf Grund von Gesetzen arbeiten, die die zuständigen Landtage beschlossen haben (beim SWF ist es ein Staatsvertrag zwischen mehreren Ländern), gilt für den NWDR immer noch die Satzung, die von der britischen Militärregierung am 30. Dezember 1947 übergeben wurde.

Die größte deutsche Rundfunk-Anstalt steht also nach wie vor auf dem Boden der von den Besatzungsmächten lange vor Gründung der Bundesrepublik erlassenen Ordnung. Diese Ordnung hat einige Vorzüge. Sie hat aber auch erhebliche Nachteile. Schon im November 1948, vor genau fünf Jahren, gab der Schöpfer der Satzung zu, daß einige Punkte nicht ganz weise seien und daß die Satzung Lücken habe. Was schon damals sichtbar wurde, gilt heute um so mehr.

Man sollte also annehmen, daß der erste Schritt auf dem Wege einer Neuordnung des deutschen Rundfunks darin zu bestehen habe, den NWDR auf die Grundlage deutscher Gesetzgebung zu stellen. Dann wird hier endlich nachgeholt, was für die meisten anderen Sender schon seit mehr als vier Jahren gilt.

Für diese Rundfunk-Ordnung im NWDR-Bereich gibt es mehrere Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit: Zwischen den vier Ländern des NWDR-Gebietes wird ein Staatsvertrag abgeschlossen, der alle Fragen des Rundfunks regelt. Der NWDR würde in der jetzigen Form, die die frühere britische Zone umfaßt, bestehen bleiben.

Die zweite Möglichkeit: Hamburg und Köln trennen sich, und zwei neue Rundfunk-Anstalten werden geschaffen - eine in Köln für Nordrhein-Westfalen, eine in Hamburg für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Man überlegt auch, ob man die beiden Systeme nicht verbinden und mehrere Rundfunk-Anstalten schaffen sollte, die in gewissen Punkten zusammenarbeiten und eine gemeinsame übergeordnete Verwaltung haben.

Wie man sich entscheiden mag: Die Hauptsache ist, daß man dabei weniger an Fragen der Macht, der Personalpolitik oder der Taktik denkt, sondern daß man allein die für den Hörer beste Lösung sucht. Wenn man das tut, wird man das richtige tun.

-GE-


In der Rubrik "Kurz und bündig" -- "Hör Zu!" Nr. 45 / 1953, S. 2 --

--(Fernseh-Haus des NWDR eingeweiht)--(Erf.)

Der erste deutsche Studio-Komplex, der eigens für das Fernsehen gebaut worden ist, wurde in Hamburg-Lokstedt eingeweiht. Wir haben unseren Lesern über das Fernseh-Haus des NWDR schon im November 1952 berichtet.


In der Rubrik "Kurz und bündig" -- "Hör Zu!" Nr. 49 / 1953, S. 2 --

--(Ein Jahr "Deutsche Welle")--(Erf.)

Ein Jahr alt wird in diesen Tagen die "Deutsche Welle", der deutsche Kurzwellendienst für das Ausland. Es liegen jetzt Pläne vor, nach denen die Deutsche Welle verstärkt werden soll. Der Kurzwellensender würde dann mit 100 kW arbeiten.

--(Bremen in Bonn)--(Erf.)

Als letzter deutscher Sender hat Radio Bremen in der Bundeshauptstadt Bonn ein eigenes Büro eingerichtet.

--(Farbfernsehen im Krankenhaus)--(Erf.)

Mit Farbfernseh-Empfängern werden im Laufe der kommenden zwei Jahre alle größeren Krankenhäuser in England ausgestattet werden. Dadurch soll es ermöglicht werden, daß die Medizinstudenten Operationen möglichst wirklichkeitsnah verfolgen können.


--(Zur Gründung des SFB:)--(Erf.)

Berliner Ballade -- "Hör Zu!" Nr. 49 / 1953, S. 2 --

Wenige Tage, nachdem der dreißigste Jahrestag des ersten deutschen Rundfunk-Senders in Berlin gefeiert worden war, ist das Gesetz für die neue Berliner Rundfunk-Anstalt verabschiedet worden.

Der "Sender Freies Berlin" wird die siebente deutsche Rundfunk-Anstalt sein. Er ist zwar das jüngste Kind der deutschen Rundfunk-Familie, hat aber seinem großen Bruder NWDR etwas voraus: ein von einem deutschen Parlament beschlossenes Rundfunk-Gesetz. Man möchte hoffen, daß das lange Ringen um diesen Berliner Sender -- man könnte es als "Berliner Ballade" bezeichnen -- einen versöhnlichen Ausklang finden werde.

Der Anfang dazu ist schon gemacht: Der NWDR, seit Jahren eine Art Statthalter des deutschen Rundfunks in Berlin, hat dem kleineren Bruder großzügig Platz gemacht. Er wird der Berliner Rundfunk-Anstalt sein Funkhaus zur Verfügung stellen und sich aus Berlin zurückziehen. Die mit der Post vereinbarte Entschädigung aus den Berliner Rundfunk-Gebühren ist ein Pflaster auf diesen Verzicht.

Die Arbeit der Männer im NWDR Berlin, die zum Teil in schwierigsten Zeiten geleistet wurde und die dazu beigetragen hat, zwischen Berlin und der Bundesrepublik ein enges Band zu knüpfen, bildet ein dramatisches Kapitel der Rundfunk-Geschichte.

Man sollte nie vergessen, daß der NWDR seine Aufgabe in Berlin sehr ernst genommen und eine Lücke geschlossen hat, die schmerzlich gewesen wäre. (Man sollte aber auch die Tätigkeit des RIAS nicht gering schätzen! Die beiden Sender ergänzten einander in glücklicher Weise.)

Nun endet also ein Abschnitt der Berliner Rundfunk-Entwicklung, und ein neuer hebt an. Es ist gewiß ein glückliches Vorzeichen, daß der Vorsitzende des NWDR- Verwaltungsrats, der diesem Gremium bis jetzt angehört, Prof. Dr. Emil Dovifat, in den Rundfunkrat der neuen Berliner Rundfunk-Anstalt berufen worden ist.

Das dürfte der Beweis sein, daß die Kämpfe und Spannungen um diesen Berliner Sender keine Verbitterung hinterlassen haben und daß die Berliner die Tradition, die der NWDR in den Nachkriegsjahren geschaffen hat, fortsetzen wollen.

Wer auch immer der Intendant des Berliner Senders werden wird - er wird es in vielen Dingen nicht leicht haben. Aber es besteht wohl kein Zweifel, daß die westdeutschen Rundfunk-Anstalten, der NWDR an der Spitze, der neuen Berliner Rundfunk-Anstalt immer wieder, wenn es nötig sein wird, die helfende Hand bieten werden. So wünschen und erwarten es die Hörer in Berlin, in der Bundesrepublik und -- in Mitteldeutschland.

-R.B.-

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